Griechenlands zweitgrößte Insel

Euböa oder Evia

Durch eine 40 m breite Meerenge wird Euböa vom griechischen Festland getrennt. In dieser Meerenge erreicht die Strömung des Meeres eine Geschwindigkeit von bis zu 8 Seemeilen. Merkwürdig ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern besonders der Umstand, dass die Strömung nach 6 Stunden zum Stillstand kommt und dann in die entgegen gesetzte Richtung fließt.

Seit tausenden von Jahren geschieht dieser Wechsel der Strömung in der durch dieses Phänomen berühmt gewordenen Eurippos-Meeresenge. Die Eurippos Meerenge befindet sich 80 km nördlich von Athen. Viele Gelehrte des Altertums, aber auch der Neuzeit, haben sich bereits mit der Meerenge von Eurippos zwischen dem Festland und Euböa beschäftigt. Als Ergebnis der Untersuchung gilt, daß es sich bei der Eurippos-Meerenge um ein Gezeiten-Phänomen handelt, das durch die Anziehungskraft des Mondes hervorgerufen wird.

Ilia auf Euböa
Ilia village - (©Fotolia@Lefteris Papaulakis)

Über den Eurippos führt eine Zugbrücke und verbindet die Insel Euböa mit dem griechischen Festland. An der Brücke liegt die schöne Stadt Chalki, die Hauptstadt von Euböa. Chalki hat einen ganz eigenen Charakter. Rechts und links von Chalki erstreckt sich, so weit das Auge reicht, die große langgestreckte Insel Euböa, die länger als 175 km ist.

Euböa ist eine sehr grüne und gebirgige Insel. Das Zusammenspiel zwischen Bergen und Grün zeigt einen raschen Wechsel der Landschaften. Die Berge im Inneren von Euböa sind mit Ölbäumen und Kiefern bewachsen. An den Hängen zeigen sich die malerische Dörfer von Euböa. In den Tälern, die von plätschernden Bächen durchflossen sind, wachsen Platanen und Edelkastanien. Obstbäume gedeihen sehr gut in den fruchtbaren Ebenen. Windgeschützte Strände mit herrlichen Sandstränden wechseln sich ab mit steilen Felsen, die von den Wogen der Ägäis umspült werden. Es gibt an den Küsten von Euböa malerische Fischerhäfen, aber auch moderne Hotelanlagen, die alle Wünsche des Besuchers erfüllen.

Nördlich von Euböa liegen die Sporaden, eine kleine Inselgruppe die aus 4 Hauptinseln besteht. Südlich von Euböa finden Sie die anmutigen kleinen Petalii-Inseln. Rings um Euböa gibt es außer den Petalii-Inseln noch eine große Anzahl kleinerer Inseln und Felseninseln. Von diesen sind inklusiv Euböa nur 9 bewohnt.

Nach Kreta ist Euböa die zweitgrößte griechische Insel und die sechstgrößte Insel des Mittelmeers. Euböa liegt nordöstlich Mittelgriechenlands und bildet zwei große Buchten. Die Buchten sind der nördliche und südliche Golf von Euböa. Beide sind durch die Meerenge des Evrippos miteinander verbunden. Euböa ist 3654 qkm groß und hat einen Umfang von 680 km. Die Insel wird von ca. 185.000 Menschen bewohnt.

Loutra Edipsou
Loutra Edipsou - (©Fotolia@Lefteris Papaulakis)

Die höchsten Berge auf Euböa sind der Kandili mit 1246 m, der sich steil über dem nördlichen Golf von Euböa erhebt. Der imposante Dirfis mit 1743 m liegt in der Mitte der Insel. Der Olimpos von Euböa mit einer Höhe von 1172 m liegt etwas südlicher und der Ochi mit einer Höhe von 1398 m liegt an der Südostspitze von Euböa.

Euböa ist bekannt für sein Getreide und seine Feigen. Auf Euböa gibt es auch Bergbau, man fördert Im wesentlichen Leukolith, aus dem Magnesium gewonnen wird. Sehr entwickelt ist auf der Insel auch die Viehzucht, besonders stark vertreten ist die Geflügelzucht.

Nach Euböa fährt man am besten mit dem Linienbus oder mit dem eigenen Auto. Am besten nimmt man die Brücke über den Evrippos in Chalki. Dabei kann man entweder über die alte Zugbrücke des Evripos oder über eine neue Hängebrücke nach Euböa fahren.

Wer mit dem Schiff anreisen will kann auch die fahrplanmäßig verkehrenden Fährschiffe benutzen. Von Oropos setzt man mit der Fähre nach Eretria auf Euböa über. Von Rafina gibt es Fähren nach Karistos und Marmari. Von Ajia Marina in Attika gibt es Fähren nach Stira und Almiropotamo. Außerdem gibt es Fähren von Arkitsa nach Adipsos, von Glifa in Phtitida nach Ajiokambos. Von den Inseln der Sporaden und besonders von Skiros gibt es Schiffsverbindung mit Kimi.

Im Sommer verkehren außer den Fährschiffen auch Tragflügelboote, die"Flying Dolphins", von Rafina, Tinos, Mykonos, Skiathos, Skopelos und Volos in die Häfen von Karistos, Marmari, Stira, Chalkida, Gregolimano, Adipsos und Pefkiauf Euböa.

Sehr selten für Griechenland: nach Chalki kann man von Athen auch mit dem Zug fahren.